Praxis

KI-Agent erstellen: Schritt für Schritt, ohne zu programmieren

Ein eigener KI-Agent ist kein Entwicklerprojekt mehr. Mit der richtigen Rolle, gutem Wissen und klaren Rechten steht dein erster Agent in wenigen Minuten.

Bevor du startest: das richtige Ziel

Die häufigste Ursache für enttäuschende Agenten ist ein zu breites Ziel. „Hilf mir im Marketing“ ist kein Auftrag, „Schreib jeden Montag zehn Post-Ideen für unseren Instagram-Kanal über nachhaltige Mode“ schon. Überlege dir vorab:

  • Was soll am Ende herauskommen? Ein Bericht, ein Entwurf, eine Liste, eine erledigte Buchung?
  • Für wen arbeitet der Agent – nur für dich, für ein Team, für Kunden?
  • Wie oft? Einmal, regelmäßig oder immer dann, wenn etwas passiert?
  • Was darf auf keinen Fall passieren? Zum Beispiel: nie ohne Freigabe an Kunden schreiben.

Schritt 1: Rolle und Persönlichkeit beschreiben

Die Rolle ist die wichtigste Zeile eines Agenten. Sie sagt, wofür er zuständig ist, wie gründlich er arbeiten soll und wie er klingt. Gute Rollen sind konkret und enthalten Qualitätsmaßstäbe:

Diese Rolle stammt fast wörtlich aus Eerys Vorlage „Gründer-Büro“ (Agentin Lena). Sie beschreibt nicht nur die Aufgabe, sondern auch das Ergebnisformat – das macht die Antworten verlässlich.

Schwache und starke Rollenbeschreibungen
SchwachStark
Hilf mir im Marketing.Schreib jeden Montag zehn Post-Ideen für unseren Instagram-Kanal über nachhaltige Mode – jeweils mit Hook und Bildidee.
Beantworte Kundenfragen.Beantworte Fragen zu Versand und Rückgabe freundlich anhand unserer Regeln. Bei Beschwerden oder Erstattungen übergib an mich.
Recherchiere Firmen.Finde Firmen in München mit 20 bis 200 Mitarbeitenden, die Software für Zeiterfassung brauchen könnten, und begründe jede Wahl in einem Satz.

Schritt 2: Wissen geben

Ein Sprachmodell weiß viel über die Welt, aber nichts über dein Angebot, deine Kunden oder deine Regeln. Deshalb bekommt jeder Agent eigenes Wissen:

  • Webseiten: zum Beispiel deine Produktseiten oder die Hilfe-Seiten deines Shops – bei Eery auch eine ganze Website auf einmal.
  • PDFs und Dokumente: Preislisten, Leitfäden, Rückgaberegeln, Präsentationen.
  • Notizen: Tonalität, häufige Fragen, Dinge, die immer gelten.

Weniger ist oft mehr: Lieber zehn aktuelle, richtige Dokumente als hundert veraltete. Wenn sich etwas ändert, aktualisiere das Wissen – sonst arbeitet der Agent mit alten Informationen.

Schritt 3: Werkzeuge auswählen

Werkzeuge sind die Hände eines Agenten. Typische Werkzeuge und wofür sie gut sind:

WerkzeugWofürGut für
WebsucheAktuelle Informationen findenRecherche, News, Preise
BrowserWebseiten bedienen, Formulare ausfüllenTermine buchen, Daten sammeln
Postfach und KalenderMails lesen, Entwürfe, TermineAssistenz, Kundenanfragen
DateienErgebnisse ablegen, Tabellen führenBerichte, Listen, Pipeline
TeamAndere Agenten fragen oder beauftragenArbeitsteilung im Team
RegelmäßigFeste ZeitpläneBriefings, Wochenberichte
Verbundene AppsNotion, Asana, Jira, GitHub und mehrArbeit dort erledigen, wo sie liegt

Faustregel: Ein Agent für Texte braucht keinen Browser, ein Agent für Recherche keine Nachrichten an Kunden. Jedes Werkzeug, das ein Agent nicht braucht, ist ein Risiko weniger.

Schritt 4: Rechte und Freigaben festlegen

Lege fest, was der Agent selbst darf und wofür er fragen muss. Bewährt hat sich:

  • Selbst: recherchieren, lesen, zusammenfassen, Entwürfe schreiben, ablegen.
  • Mit Freigabe: Mails und Nachrichten an andere, besonders an neue Empfänger, Löschen, Änderungen in verbundenen Apps.
  • Immer mit Freigabe: Bezahlen und Bestellen.

Bei Eery sind diese Grenzen fest eingebaut: Was nach außen wirkt, zeigt Eery vorher im genauen Wortlaut. Vertraust du einem Ziel, kannst du nach drei Freigaben „Immer für …“ wählen – Bezahlen und Bestellen bleiben trotzdem immer freigabepflichtig. Mehr dazu unter Sicherheit von KI-Agenten.

Schritt 5: Denkkraft und Budget wählen

Nicht jeder Schritt braucht das stärkste und teuerste Modell. Bei Eery gibt es drei Stufen: schnell für Alltägliches und Sortieren, stark für Recherche, Texte und Planung und gründlich für schwierige Entscheidungen. Du kannst sie je Agent fest einstellen oder Eery automatisch wählen lassen. Ein Budget sorgt dafür, dass nicht mehr verbraucht wird als geplant – und die Kosten siehst du je Agent.

Schritt 6: Testen und verbessern

Gib dem Agenten drei, vier echte Aufträge aus deinem Alltag und schau dir die Ergebnisse genau an. Wenn etwas nicht passt, sag es konkret: „Bitte immer mit Quellen“, „Nicht duzen“, „Preise immer netto“. Eery merkt sich solche Korrekturen als Regeln und hält sich künftig daran.

Vom Agenten zum Team

Sobald ein Auftrag mehrere Fähigkeiten braucht, lohnt sich ein Team: eine Agentin recherchiert, ein Agent schreibt, eine dritte plant und hält nach. Bei Eery kannst du dafür eine Vorlage wählen – Gründer-Büro, Marketing-Team, Vertriebs-Team, Online-Shop, Familie & Alltag oder Content-Studio – oder einfach beschreiben, was du brauchst: „Ich brauche Hilfe bei meinem Etsy-Shop.“ Eery stellt dann das Team mit Rollen, Werkzeugen und einer gemeinsamen Arbeitsweise zusammen. Wie Agenten im Team zusammenarbeiten, erklärt Multi-Agenten-Systeme.

Beispiel: ein Kundenservice-Agent für einen Online-Shop

So könnte die Einrichtung aussehen
EinstellungWert
Name und RolleJana, Kundenservice: beantwortet Anfragen freundlich, schnell und lösungsorientiert; bei Beschwerden übergibt sie an dich
WissenVersand- und Rückgaberegeln, Produktseiten, häufige Fragen
WerkzeugeWissen, Nachrichten, Team
RechteAntworten auf bekannte Fragen nach Freigabe; Erstattungen nie selbst
DenkkraftSchnell – die meisten Fragen sind Routine
RegelmäßigFreitags eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen

Typische Fehler beim Erstellen von KI-Agenten

  1. Zu breite Rolle: Ein Agent für „alles“ macht nichts richtig gut.
  2. Kein eigenes Wissen: Ohne deine Unterlagen bleiben Antworten allgemein.
  3. Zu viele Werkzeuge und Rechte: Mehr Möglichkeiten heißt auch mehr Fehlerquellen.
  4. Keine Freigaben: Gerade am Anfang sollte alles, was nach außen geht, geprüft werden.
  5. Nie nachjustieren: Die ersten Ergebnisse sind selten perfekt – Korrekturen machen den Agenten besser.

Fazit

Einen KI-Agenten zu erstellen heißt heute vor allem, gut zu beschreiben: eine klare Rolle, passendes Wissen, wenige, gezielte Werkzeuge und klare Grenzen. Den Rest übernimmt die Plattform. Mit Eery geht das per Vorlage oder in einem Satz – in der App, im Browser oder per Messenger. Mehr über Eerys Agenten: KI-Agenten.

Häufige Fragen

Kann ich einen KI-Agenten ohne Programmieren erstellen?

Ja. Bei Eery beschreibst du Rolle und Aufgabe in normalen Worten, fügst Wissen hinzu und legst Werkzeuge und Rechte fest. Oder du wählst eine Vorlage bzw. beschreibst in einem Satz, was du brauchst.

Wie lange dauert es, einen KI-Agenten einzurichten?

Mit einer Vorlage wenige Minuten. Für einen Agenten mit eigenem Wissen solltest du dir etwas mehr Zeit nehmen, um die passenden Dokumente und Webseiten zusammenzustellen.

Welches Wissen sollte ich meinem KI-Agenten geben?

Alles, was er für seine Rolle braucht und was nicht allgemein bekannt ist: Produktseiten, Preislisten, Regeln, häufige Fragen, Tonalität. Wichtig ist, dass das Wissen aktuell ist.

Wie verhindere ich, dass ein KI-Agent Fehler macht?

Ganz verhindern lässt sich das nicht. Hilfreich sind eine klare Rolle, gutes Wissen, wenige Werkzeuge und Freigaben vor allem, was nach außen wirkt. Korrekturen sollten als Regeln gespeichert werden.

Wie viele KI-Agenten brauche ich?

Für den Anfang oft keinen eigenen – Eery selbst kann schon viel. Eigene Agenten lohnen sich für feste Fachgebiete; ein Team, wenn ein Auftrag mehrere Fähigkeiten braucht.

Bereit für deinen ersten KI-Agenten?

Eery ist in der geschlossenen Beta. Trag dich ein – wir melden uns, sobald ein Platz frei ist.

Kostenlos in der Beta · Keine Kreditkarte · Daten in Frankfurt